Eine Liebeserklärung der besonderen Art
Otterndorf - das Ferienziel
Direkt an der Elbmündung, in der Nähe von Cuxhaven, kann man diese in Deutschland einmalige Einrichtung der Landeshauptstadt Hannover finden.
Mit dem PKW fährt man ungefähr zwei Stunden die 230 km lange Strecke von Hannover bis zum Sommercamp.
Besuchen wir einfach am Wochenende das Feriendomizil vieler Kinder und Jugendlicher aus Hannover und allen Teilen Deutschlands und Europas!
Los geht’s!
Auf der B 73 in Otterndorf angekommen, fahren wir auf der Landstraße in Richtung Altenbruch. In Otterndorf-Müggendorf biegen wir rechts in den Hannoverschen Weg ein, der uns geradewegs in das Sommercamp führt. Während der Hauptsaison versperrt uns eine Schranke den Weg. Die sogenannte Lagerwache, das sind Kinder und Jugendliche eines Zeltdorfes, zeigt uns den Weg zum Parkplatz auf der linken Seite und macht uns darauf aufmerksam, dass wir uns in der Zentrale anmelden müssen.
Auf dem Weg vom Parkplatz zur Anmeldung stehen wir vor einer Schautafel, auf der das gesamte Gelände mit allen Anlagen und Attraktionen zu sehen ist.
Wir erkunden jetzt gemeinsam das Feriencamp so, wie Kinder und Jugendliche es an ihrem ersten Urlaubstag auch erleben; aber halt, zuerst in der Verwaltung anmelden!
Dort erfahren wir auch, wenn wir länger bleiben wollen, in welchem Zelt wir untergebracht werden und wann wir die Mahlzeiten einnehmen können. Über alle Aktivitäten vor Ort weiß die “Freizeitberatung” bestens Bescheid. Sie hat ihr Büro neben der Buchhaltung, arbeitet ehrenamtlich und unterstützt die BetreuerInnen bei ihrer täglichen Arbeit.
Wir verlassen die Zentrale und gehen rechts weiter zum Fahnenrondell. Von hier aus haben wir eine gute Übersicht auf die so genannten festen Gebäude und den See, der zum Camp gehört und den eigentlichen Mittelpunkt des gesamten Geländes bildet. Die einzelnen Zeltdörfer liegen versteckt hinter üppigem Baumbestand.
Am großen Klettergerüst vorbei schauen wir uns auf dem Weg zum Deich die ersten Zeltdörfer auf der rechten Seite an, die nach Stadtteilen Hannovers benannt sind.
In jedem Zeltdorf stehen Zelte mit Holzfußboden, Schaumstoffmatratzen und Kofferablagen für die Kinder und Jugendlichen, ein mit Licht und Telefon ausgestattetes Betreuerzelt und ein Großzelt, in dem die Mahlzeiten eingenommen werden und dorfeigene Aktivitäten stattfinden. Jeweils zwei Dörfer teilen sich ein neu renoviertes Waschhaus. Das Sommercamp verfügt auch über behindertengerechte sanitäre Anlagen.
Auf unserem Weg zum Deich kommen wir nun am neu gestalteten Hartplatz und am Kletterberg vorbei. Vor uns erstreckt sich der See, eingeteilt in Bereiche zum Paddeln, Schwimmen und Segeln. Die große Rasenfläche davor lädt ein zu Spiel und Sport.
Zwischen den Zeltdörfern Buchholz und Döhren erblicken wir die Deichstraße und den Zugang zum Deich. Eine wichtige Frage in jeder Lagerrallye lautet: Wie viele Treppenstufen führen zur Deichkrone? Diese 44 Stufen erklimmen wir und schauen auf die Elbe, die schon Nordseecharakter hat. Wer schon öfter Urlaub im Sommercamp gemacht hat, weiß, wie wichtig dieser erste Blick über den Deich ist.
Liegt die Stadt Cuxhaven auf der linken Seite in leichtem Dunst, heißt das: “Morgen wird das Wetter schön!” Bei Ebbe unternehmen die Jugendgruppen mit ihren BetreuerInnen Wattwanderungen und sammeln Muscheln. Nur baden darf man in der Elbe nicht, das ist zu gefährlich! Dafür haben wir unseren See zur Verfügung, er wird sogar von der DLRG bewacht!
Wir verlassen nun den Deich und gehen die Deichstraße entlang in Richtung Cuxhaven/Altenbruch. Hinter dem Zeltdorf Döhren und dem neu gestalteten Beachvolleyballplatz am See nähern wir uns der kleinen Lagerfeuerstelle. Hier kann eine Gruppe von bis zu 50 Personen Lagerromantik pur erfahren und Stockbrot backen oder Würstchen grillen. Weiter führt uns der Weg am Segelsee vorbei zur grossen Feuerstelle. Sie liegt an der westlichen Grenze des Sommercamps und hat Platz für 200 Gäste.
Bevor wir dem Weg links weiter folgen, müssen wir aufpassen, nicht bespritzt zu werden, denn die Kids absolvieren hier gerade ihre Feuerwehrübungen, eine der vielen Aktivitäten, die vom Sommercamp zusätzlich angeboten werden.
Auf unserem Rundgang nähern wir uns der Segelhütte. Unter fachkundiger Leitung der DLRG dürfen die Wasserratten nach bestandener Segelprüfung auf Optimistenjollen ihre erworbenen Fähigkeiten unter Beweis stellen . Am abseits gelegenen Segelsteg treffen sich häufig die BetreuerInnen zum Abschalten von ihrer oft anstrengenden Jugendarbeit.
An der südwestlichen Lagergrenze kommen wir am neu befestigten Dorfplatz Auf der Horst vorbei. Hier erholen sich z.B. die TeilnehmerInnen vom Ponytreck ein paar Tage, bevor sie auf ihren Ponies den Heimritt nach Hannover wieder antreten.
Auf dem neuen Sandplatz gegenüber den Zeltdörfern Misburg und Stöcken spielen die Feriengäste Beachvolleyball. Bei der Planung von neuen Freizeitangeboten und deren Neugestaltung wird auf die Bedürfnisse der Kids eingegangen.
Wir kommen nun zum Paddelsteg, dem wohl attraktivsten Teil des Geländes. Nach bestandener Schwimm- und Paddelprüfung können die Gäste nach Herzenslust die zahlreichen Paddelboote, Tretboote und zwei Kanadier ausprobieren. Im abgeteilten Schwimmerbereich springen die Feriengäste von der neuen Schwimminsel und spielen Wasserball.
Weiter auf unserem Rundgang kommen wir an den Personalzeltdörfern vorbei. Hier sind alle ehrenamtlichen MitarbeiterInnen mit ihren Familien untergebracht. Sie kümmern sich um die technischen und organisatorischen Belange der Zeltdörfer und leiten die vom Sommercamp angebotenen zusätzlichen Aktivitäten.
Die grosse Wiese am See bietet mit ihren Sonnensegeln in der Mittagszeit und auch bei schönem Wetter eine willkommene Ruhezone.
Hinter dem dritten Beachvolleyballplatz erreichen wir auf der rechten Seite die Lagerbücherei, ein festes Gebäude des Camps. Unter über 3500 Werken, teilweise in englischer und französischer Sprache, können sich die Kinder und Jugendlichen ihre Lieblingsliteratur ausleihen. Oder sie lesen im anliegenden Großzelt, genannt Quasselbude, ihre Comics, die ebenfalls zahlreich vorhanden sind. Daneben bietet die Bücherei Platz zum Puzzeln und zum Ausprobieren von Gesellschaftsspielen.
Beim Verlassen der Bücherei lassen wir ein drittes Personalzeltdorf rechts liegen und besuchen geradeaus ein weiteres Gebäude, die Stadthalle. Nach unserem anstrengenden Marsch haben wir eine Erfrischung verdient, und die finden wir hier.
Zu bestimmten Tageszeiten werden Süßigkeiten und Getränke verkauft. Ab 21:45 Uhr steht die Stadthalle ausschließlich den BetreuerInnen aus den Zeltdörfern und dem Personal zur Verfügung. Erst dann werden Zigaretten und alkoholische Getränke verkauft. Hier treffen sich die BetreuerInnen und das ehrenamtliche Personal zur Kontaktpflege untereinander.
(Außerhalb der Ferienzeit kann die Stadthalle übrigens für Seminare und Festlichkeiten angemietet werden.)
Wir nehmen unsere Erfrischung mit nach draußen und haben am Café Seeblick tatsächlich einen wunderbaren Ausblick auf den gesamten Nichtschwimmerbereich, der seit zwei Jahren durch eine begehbare Spundwand vom Badesee abgeteilt ist.
Auf dem See paddeln die Wasserratten in kleinen Kajaks oder toben auf der Wasserrutsche. Am künstlich angelegten Sandstrand buddeln und matschen die Kinder im Sand.
Am Café Seeblick finden wir auch das vom Förderverein gespendete Klettergerüst, welches sich jetzt schon als Zusatzattraktion bewährt hat.
Nach ein paar Schritten an der Stadthalle vorbei betreten wir das große Tischtenniszelt. Hier ist immer etwas los. Neben den normalen Spielen und Rundläufen werden Turniere ausgetragen. Ein eigener Tischtennisschläger im Reisegepäck lohnt sich auf jeden Fall.
Auch die gestifteten Außenplatten werden gern und oft in Anspruch genommen. Wir sehen sie direkt vor dem Tischtenniszelt.
Unser erster Rundgang in westlicher Richtung um den See ist geschafft; aber jetzt kommt der zweite Rundgang in östlicher Richtung!
Hinter den Wohn- und Arbeitsbereichen des Lagerleiters und des Verwalters kommen wir zur Werkstatt. Hier treffen wir das Technische Personal an.
Ohne die “Technik” läuft in den gesamten Zeltdörfern gar nichts.
Die Mahlzeitenverteilung läuft über sie, benötigte Materialien werden ins Zeltdorf geliefert, die Müllbeseitigung wird geregelt und bei Stromausfällen und allen Eventualitäten ist die Technik “Mädchen für alles”!
Neben der Werkstatt liegen zwei Werkräume, in denen die kreativen Kinder und Jugendlichen gefördert werden.
Unter fachkundiger Anleitung durch das ehrenamtliche Personal stellen die Kids ihre Kunstwerke her, die, liebevoll verpackt, die Eltern zu Hause erfreuen.
An manchen Abenden stehen die gut ausgestatteten Werkräume auch den BetreuerInnen zur Verfügung, die bei eigener kreativer Arbeit gut abschalten können.
Eine neue Siebdruckanlage ermöglicht es, T-Shirts, mit eigener Vorlage bedruckt, als Erinnerung mit nach Hause zu nehmen.
Vorbei am Sozialraum der hauptamtlichen Mitarbeiter Egon und Wolfgang lassen wir die Personalwohnräume rechts liegen.
Direkt daneben befindet sich die Wäscherei. Nach Absprache können die Zeltdörfer eine Waschmaschine und auch einen Trockner benutzen.
Die anliegende Gemeinschaftsdusche, in Fachkreisen als ‘Schweinedusche’ bekannt, bietet Platz für 20 Personen und wird während der dreiwöchigen Belegung gern von den Jugendgruppen in Anspruch genommen.
Wir kommen nun zu dem wichtigsten Ort der Ferieneinrichtung. Bekannt ist ja: Wer gut isst, der fühlt sich wohl!
Wir brauchen uns diesbezüglich keine Sorgen zu machen, denn unsere Küchenchefin Marlis Lemcke hat in der zentralen Küche alles voll im Griff.
Man hat nie den Eindruck, dass das Essen, in Thermen für die Dörfer abgefüllt, in einer Großküche für bis zu 1000 Personen zubereitet worden ist. Stets wird abwechslungsreich gekocht, und auch Sonderwünsche werden berücksichtigt.
Das gesamte hauptamtliche Personal der Küche und Stadthalle hat immer ein offenes Ohr für die Gäste und zeichnet sich aus durch Hilfsbereitschaft. Die gemalten Dankschreiben von den Jugendgruppen im Büro der Wirtschaftsleitung beweisen, dass man über das Essen im Sommercamp wirklich nicht meckern kann.
Im anliegenden Personalraum dürfen die haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen ihre Mahlzeiten einnehmen.
Außerhalb der Saison ist er Aufenthalts- und Essenraum für die Feriengäste, die eine Etage höher ihre Zimmer beziehen können.
Jetzt findet man dort die Krankenstation mit bis zu 20 Betten. SanitäterInnen der Johanniter-Unfallhilfe Hannover betreuen hier ehrenamtlich die erkrankten Kids. Während der Sprechstunden morgens und abends werden sie ambulant behandelt. Auch auf Heimweh haben die Sanis die richtige Antwort.
Sie halten zu jeder Zeit vor der Sanistation einen Rettungswagen der JUH für Unfälle und Notfälle, die sich leider nicht immer vermeiden lassen, bereit.
Trotzdem nehmen sie sich die Zeit für Erste-Hilfe-Kurse und Demonstrationen von Noteinsätzen.
Wir verlassen den großen Parkplatz, der den Lagerfahrzeugen vorbehalten ist, und biegen hinter den zwei Telefonzellen auf den Weg zum Deich ein. Dieses Mal lassen wir die Zeltdörfer Vahrenheide und Kleefeld links liegen.
Unser nächster Besuch gilt der 1996 vollständig renovierten Mehrzweckhalle. Am Eingang erinnert uns eine Gedenktafel an den Mann, dem das Sommercamp seinen Namen verdankt: Hinrich-Wilhelm Kopf, 1893 - 1961, Ehrenbürger der Stadt Otterndorf und 1. Ministerpräsident des Landes Niedersachsen.
Betreten wir die Niedersachsenhalle, so kommen wir zunächst in das großzügig ausgestattete Tonstudio, in dem die Musikbegeisterten als betreute Aktivität Wecksendungen für Radio Otterndorf produzieren, Hörspiele aufnehmen und Musik für die dorfinternen Feten zusammenstellen.
Ein weiterer Raum der Mehrzweckhalle wird als Fotolabor genutzt. Für uns ist aber der Bereich interessant, in dem Wettkämpfe veranstaltet werden sowie Spiele, Tänze, Theater- und Filmvorführungen stattfinden.
Einmal pro Woche finden sich dort auch tatsächlich fast alle 800 Feriengäste ein, die in den 10 Zeltdörfern wohnen, denn an diesem Abend sind sie im Disco-Fieber.
Wenn wir die Halle durch den hinteren Ausgang verlassen, stehen wir auf dem befestigten Hartplatz mit Tribüne, auf dem Tennis gespielt werden kann.
Davor üben die Kids am Vierer-Basketballkorbständer ihre Einwürfe.
Das gesamte Außengelände, welches vor uns liegt, ist reserviert für alle sportlichen Aktivitäten; Fußball wird hier groß geschrieben.
Auf unserem weiteren Weg sind wir fast wieder am Deich; schon müde?
Wir können uns ja auf der Minigolfanlage ein wenig ausruhen und den Kindern beim Spielen zuschauen!
Auf der Deichstraße in Richtung Otterndorf erblicken wir hinter einem See die Kids, die ihr Glück auf dem Rücken der Pferde finden. Viel geliebt und heiß begehrt ist diese Aktivität.
Um die Ponystation betreten zu können, müssen wir das Sommercamp an der östlichen Grenze verlassen und den Hannoverschen Weg in Richtung Cuxhaven einschlagen.
Die Gruppen, die sich zum Reiten angemeldet haben, lernen, die 10 Ponies richtig zu behandeln und zu reiten.
Am Eingang kommt uns die Gruppe schon begeistert entgegen.
Auf dem Hannoverschen Weg erreichen wir hinter dem Klärteich nun die Fahrradstation. Täglich leihen die Ehrenamtlichen bis zu 120 lagereigene Fahrräder aus.
Auch zwei Rikschas laden ein, die Stadt Otterndorf und die nähere Umgebung zu erkunden.
Bei Lagerolympiaden und Sommerfesten im Feriencamp kommen die selbstgebauten Spaßräder zum Einsatz.
Hinter der Grillhütte, in der auch bei schlechtem Wetter die Würstchen schmecken, gehen wir weiter, lassen den neuen Parkplatz rechts liegen und erreichen den Haupteingang des Camps.
Hier endet unser gesamter Rundgang durch das Sommerlager. Der aufmerksame Leser hat nun einen umfassenden Einblick ins Sommercamp Otterndorf bekommen. Sicherlich gibt es noch viele interessante Plätze, die hier nicht beschrieben worden sind. Diese kann man bei einer Ferienmaßnahme aber vielleicht selbst einmal entdecken und erkunden; habt Ihr Lust dazu?
Bevor wir ins Auto steigen, um das Camp endgültig zu verlassen, steht uns noch ein “letzter Gang” bevor: Wir müssen uns noch vom Deich verabschieden, ein absolutes Muss für jeden “Otterndorfer”!